Gut geplant zur innovativen modularen Nasszelle – Wissenswertes für Architekten

Modulares Bauen, beispielsweise mit vorgefertigten Nasszellen aus Holzelementen, bringt, verglichen mit konventionellen Bauweisen, verschiedene Vorteile mit sich. Dank Skaleneffekten können gerade bei grösseren Bauprojekten modulare Nasszellen zu Baukostenersparnissen und, dank der parallel zu den Baustellenaktivitäten in der Werkhalle stattfindenden Vorfertigung, auch zu kürzeren Bauzeiten führen. Zudem ermöglicht die serielle Fertigung ein gleichbleibend hohes Qualitätsniveau für jedes der mehrfach hergestellten Module. Damit diese Vorzüge möglichst vollständig genutzt werden können, muss bei der Bauplanung anders priorisiert werden. Dies bedeutet eine teils sehr frühe Entscheidungsfindung, gerade auch in Detailfragen.

Im Rahmen der Planung modularer, vorgefertigter Nasszellen empfiehlt sich für Architekten somit die frühzeitige Auseinandersetzung mit folgenden Punkten:
1. Einbringen der Nasszellen-Module in den Bau

Dieser wichtige Prozessschritt kann mit verschiedenen Varianten umgesetzt werden. Daher ist es wissenswert, ob die Nasszellen als «verlorene Schalung» genutzt werden oder ob sie problemlos unter der Betondecke Platz finden. Ebenso ist abzuklären, ob die Nasszellen vorerst an einem provisorischen Standort im Gebäude eingebracht und zu einem späteren Zeitpunkt definitiv platziert werden. Allenfalls können sie auch am definitiven Standort eingesetzt werden. Am einfachsten ist dabei das direkte Versetzen, indem die Module mit dem Kran am finalen Ort abgestellt werden.

2. Grösse und Gewicht modularer Nasszellen

Die Masse der modularen Nasszelle ist entscheidend für den gesamten Vorfertigungsprozess und für den Einbau ins Gebäude.

3. Bodenaufbau

Je nachdem, ob die Nasszellen mit einer Badewanne oder einer Duschwanne ausgestattet werden sollen, variiert die Bodenhöhe. Massgebend sind dabei auch die Spezifikationen des Wasserablaufs.

4. Steigzoneninstallation

Wird die Steigzone intern in die Modulfabrikation integriert oder erfolgt die Steigzoneninstallation über einen externen Anbieter? Die Zuständigkeit beziehungsweise die Schnittstellenregelung bedarf der frühzeitigen Abklärung. Unabhängig davon sind die Gewährleistung des Zugangs von aussen und die Sicherstellung der Anschlussmöglichkeit wesentlich.

5. Brandschutz

Es muss bekannt sein, wie die Anforderungen an den Brandschutz gelöst werden können.

6. Schallschutz

Auch hier muss geklärt sein, welche Schallschutzmassnahmen notwendig sind und wie sie gelöst werden können.

7. Podeste und Raumverhältnisse zum Verschieben der Module

Werden die Nasszellen-Module nicht direkt an den finalen Standort gesetzt, muss die Zwischenlagerung geklärt werden. Von dort werden die modularen Nasszellen ins Gebäude eingebracht und später endgültig positioniert. Neben der Organisation der Gerüstpodeste sind Vorkehrungen zu treffen, damit die Module ungehindert in den Bau eingebracht und später an ihre definitiven Standorte im Gebäude verschoben werden können. Als mögliche Konsequenz davon können beispielsweise bestimmte Innenwände nicht fertiggestellt werden.

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