Schall in Form von verschiedensten Geräuschen oder spürbaren Vibrationen kann unangenehm werden. Daher ist der Schallschutz in Gebäuden von grosser Bedeutung. Dies gilt gerade auch für Holzbauten, die im Vergleich mit anderen Bauweisen schwingungs- und damit auch schallanfälliger sind. Daher kennt der moderne Holzbau zahlreiche Massnahmen, die schallreduzierend wirken.
Schall ist nicht gleich Schall
Um die konstruktionstechnischen Herausforderungen und Lösungen im Zusammenhang mit Schallemissionen zu verstehen, gilt es, Luftschall und Körperschall zu unterscheiden. Luftschall basiert auf einer wellenförmigen Ausbreitung, die sich nur beim Auftreffen auf einen festen Körper ändert. Dabei kann Luftschall nicht nur das Trommelfell im menschlichen Ohr zum Schwingen bringen, sondern auch feste Körper zum Wanken bringen. Aus Luftschall wird in diesem Moment Körperschall. Von Böden, Decken und Wänden können dann spürbare, zuweilen unangenehme, Vibrationen ausgehen. Ungünstige Befestigungen etwa von Bauelementen können den Körperschall übertragen. Allerdings muss der Körperschall nicht zwingend von Luftschall verursacht sein. Er kann auch von zu Boden fallenden Gegenständen in der oberen Etage oder von plätscherndem Wasser in der Dusche ausgehen. Eine besondere Form des Körperschalls ist Trittschall, verursacht durch Schritt und Tritt.
Masse ist Klasse – zumindest beim Schallschutz[IF1] [IF2]
Soll eine gute Schalldämmung erreicht werden, ist genügend Masse hilfreich. Obwohl Massivbauten einen höheren Schalldämmwert erreichen, können auch Holzbauten eine gute Schalldämmung erzielen. Daher ist bei mehrschaligen Konstruktionen eine genügend grosse flächenbezogene Masse der Schalen einzuplanen. Natürlich ist das Thema «Schallschutz» auch beim Einsatz von modularen Elementen nicht zu vernachlässigen. Bei modularen, hölzernen Nasszellen ist es ausschlaggebend, ob diese in einen Betonhochbau oder in einen Holzbau integriert werden. Dabei sind im Betonhochbau geringere Schallschutzmassnahmen erforderlich. Ein Schallschutzlager reicht. Dieses entspricht einer Art Gummilager in verschiedenen Stärkeklassen. Hier ist das Gewicht der hölzernen Nasszelle massgebend. Ansonsten bietet eine Betonkonstruktion aber genügend schalldämmende Masse. Bei einer Holzkonstruktion mit einer Betondecke sind im Boden des Nasszellenmoduls Zusatzgewichte erforderlich.
Entkoppelung ist essenziell
Die verbauten Massen dürfen keine Schwingungen weitergeben. Daher sollten die unterschiedlichen Massen einerseits nicht gleich schwer sein. Andererseits müssen die Massen voneinander entkoppelt sein. Am Beispiel einer modularen Nasszelle bedeutet letzteres, dass möglichst wenig Berührungspunkte zu anderen Bauelementen oberhalb, unterhalb und seitlich des Moduls, bestehen dürfen. Auf diese Weise wird die Anfälligkeit für Körperschall reduziert. Die Entkoppelung ist, gemeinsam mit weiteren schalldämmenden Massnahmen, bereits in der Planungsphase zu berücksichtigen. Hilfreich ist hierbei die Abstimmung der einzelnen Systeme, wie Tragkonstruktion, Bodenaufbau und Unterdecke.
Abwasserleitungen können auch geräuscharm sein
Eine Abwasserleitung kann eine weitere Quelle von unangenehmem Schall und unpassender Akustik darstellen. Fallendes Wasser kann sehr wohl als Lärm wahrgenommen werden, was aber nicht sein muss. Schalldämmisolation durch ummantelte Geberit-Silent-Rohre sind Standard. Für eine bessere Wirkung werden diese mit schallentkoppelten Rohrschellen befestigt. Ebenso können in die Steigzone separate Schallschutzdämmelemente hineingehängt werden. Damit kann erreicht werden, dass rauschendes Wasser seine beruhigende Wirkung erhält und nicht zum Störfaktor wird.