Plattenbeläge und Fugen in Nasszellen – eine Auswahl mit Spannung

Wenn in Nasszellen mit Plattenbelägen gearbeitet wird, stellt sich bald die Frage nach der richtigen Wahl von Fliesen und Fugen. Dabei gibt es weitaus mehr zu berücksichtigen als eine attraktive Farbgebung, ein gefälliges Muster und aktuelle Trends bei der Grösse der Fliesen. Denn die Wahl des Plattenbelags beeinflusst auch die Anforderungen an eine dauerhafte Fuge. Zudem ist die Fuge auch in Abhängigkeit von ihrer Funktion auszugestalten.

Unterschiedliche Funktionen, verschiedene Fugen

Eine wichtige Funktion von Fugen in Bauwerken besteht darin, Spannungen auszugleichen und Risse zu verhindern. Allerdings gibt es auch Anwendungen, bei denen Fugen keine Bewegungen aufnehmen und ausgleichen müssen. Demzufolge kommen verschiedene Fugenarten zum Einsatz. Grundsätzlich wird zwischen offenen und geschlossenen Fugen unterschieden. Die offenen Fugen umfassen unter anderem Anschluss-, Bewegungs- und Dehnungsfugen. Derartige Fugen müssen im Hinblick auf die unterschiedlichen Ausdehnungskoeffizienten diverser Werkstoffe gestaltet werden. Beispielsweise hat eine Anschlussfuge bei gekacheltem Wandbelag in einem Badezimmer die Eigenschaften einer Dehnungsfuge. Eine Randfuge ist hingegen im Übergang von Boden zur Wand stets als Wartungsfuge zu betrachten. Wartungsfugen erfordern eine regelmässige Sicht und Dichtigkeitsprüfung und müssen bei Bedarf erneuert werden. Bei Wartungsfugen wird meist mit elastischen Dichtstoffen, wie Silikon, gearbeitet. Weil zum Beispiel ein quellender oder schwindender Untergrund oder auch Temperaturänderungen zu Spannungen führen, muss ein Dichtstoff diese Spannungen aufnehmen können.

«Wir liefern die Module auch bei eiskalten Aussentemperaturen in 20 bis 30 Grad warme Räume im Rohbau. Da haben wir Temperaturspannungen von bis zu 40 Grad»

— Marc Schneuwly, Modulbad

Kleinere Fliesen, kleinere Spannung

Weniger gut geeignet für den Ausgleich von Dehnungen und Stauchungen ist der mineralische, hydraulisch abbindende Fugenmörtel. Er wird bei geschlossenen Fugen von gekachelten Oberflächen verwendet. Bei Plattenbelägen werden jedoch auch Fugenmörtel aus zweikomponentigen Epoxidharzen eingesetzt. Dieses Material eignet sich vor allem in Nasszellen. Ein weiterer Vorteil von Epoxidharzfugen ist deren Elastizität. Das ist nicht zuletzt bei innovativen Bautechniken wie dem Modulbau vorteilhaft. Beispielsweise ist eine modulare Nasszelle aufgrund von Transporten und dem Einbringen ins Bauwerk Bewegungen und Vibrationen ausgesetzt. Elastisches Fugenmaterial kann hier helfen, diese Belastungen besser auszugleichen. Eine besondere Anforderung an die Belastbarkeit der Fugen ergibt sich bei modularen Nasszellen auch aufgrund der Temperaturunterschiede, wie Marc Schneuwly von Modulbad erklärt: «Wir liefern die Module auch bei eiskalten Aussentemperaturen in 20 bis 30 Grad warme Räume im Rohbau. Da haben wir Temperaturspannungen von bis zu 40 Grad». Ebenso ist die Spannung, die auf die Fugen wirkt, von der Grösse der Fliesen abhängig. Bei einer mit kleineren Fliesenformaten belegten Oberfläche wirken auf die einzelnen Fugen weniger hohe Spannungen. Wird stattdessen mit grossformatigen Fliesen gearbeitet, dann sind die Fugen bedeutend höheren Spannungen ausgesetzt.

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