Dichtigkeit in Nasszellen

Mangelhafte Dichtigkeit kann zu verschiedenen Schäden führen. An der Oberfläche können diese etwa in Form von sich ablösenden Wandverkleidungen, Putzabplatzungen oder Salzausblühungen sichtbar werden. Ausserdem können auch schwerwiegende Schäden am Tragwerk eines Gebäudes entstehen. Dies geschieht dann, wenn Feuchtigkeit und Nässe infolge undichter Stellen zu Fäulnis, Pilz- oder Schwammbefall von Tragwerksteilen aus Holz oder zu weiteren Schäden an tragenden Bauteilen führen.

Somit kommt einer sorgfältigen Abdichtung, unter anderem in Raumecken und im Übergang zur Abdichtung des Fussbodens, grosse Bedeutung zu.

«Wir müssen die Dichtigkeit eigenständig lösen – unabhängig davon, welche Materialien wir einsetzen.»

— Marc Schneuwly, Modulbad

Dicht muss es sein – materialunabhängig

Dabei kann das für die Statik verwendete Grundmaterial, beispielsweise Holz oder Zement, als sekundär betrachtet werden. «Wir müssen die Dichtigkeit eigenständig lösen – unabhängig davon, welche Materialien wir einsetzen», weiss Marc Schneuwly von Modulbad. Selbstverständlich sind komplette Lösungen gefragt, gerade auch, was die Dichtigkeit von Nasszellen betrifft. Schliesslich gelten die Vorgaben aus dem SIA-Regelwerk. Dieses Regelwerk wurde per Mitte 2025 verschärft. Beispielsweise müssen daher Schraubenverbindungen im Abdichtungsbereich mit einem spezifischen Abdichtungssystem pro Verschraubung ausgeführt werden. Des Weiteren bedeutet die Anwendung der SIA-Vorschriften bei den aus Holz konstruierten Modulbad-Nasszellen Folgendes: Horizontal und vertikal werden Abdichtungsfolien eingesetzt. In den Ecken werden die Abdichtungen verklebt. Zudem werden in den Ecken die Abdichtungen verklebt. Der Schnittschutz muss sichergestellt werden.
Das Ergebnis: Eine Dichtungsebene, die ihren Namen verdient und verhindert, dass Feuchtigkeit in das Konstruktionsholz eindringt.

Dichtigkeit von hinterlüfteten Konstruktionen

Während konventionelle Abdichtungsvarianten mit dem Einsatz von Klebstoffen zweckdienlich sind, eignen sie sich für das Baukonzept des zirkulären Bauens weniger gut. Die Idee hinter «zirkulärem Bauen» zielt auf einen ökologisch nachhaltigeren Umgang mit Baumaterialien ab. Daher sollten Bauteile einfach demontiert und einzeln aufgeteilt der Wiederverwertung zugeteilt werden können. «Mit der Verklebetechnik funktioniert das nicht», betont Marc Schneuwly. Im Gegensatz dazu stehen hinterlüftete Konstruktionen. Selbst wenn aufgrund der Einführung der neuen SIA-Norm derzeit einiges überdacht wird, sind hinterlüftete Konstruktionen vorteilhaft. Nicht zuletzt können sie einfach repariert werden, indem die vorgehängten Paneele einfach ausgetauscht werden. Eine offene Fuge am Boden würde Flüssigkeiten sichtbar machen, daher ist die Dichtigkeit gegeben. Dadurch entfallen Kittfugen. Da Kittfugen unterhaltspflichtig sind, entfällt bei deren Verzicht auch deren Unterhalt vollständig. Bei Modulbad wurden daher Erfahrungen mit hinterlüfteten Konstruktionen gesammelt. Bei der Realisierung der vorgefertigten Nasszellen im Mehrfamilienhaus Orangerie in Belp wurden daher hinterlüftete, vorgehängte grossflächige Paneele verwendet.

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Marc Schneuwly

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